Gulet – türkischer Motorsegler

Ein Gulet ist ein aus Holz gebauter, dickbauchiger Motorsegler, oft mit zwei Masten, überwiegend an der türkischen Küste beheimatet.

Wenn man es ganau nimmt beschränkt sich der Name Gulet auf jene Motorsegler, bei denen der Steuerstand zwischen den beiden Masten steht. Gulets wurden seit der Frühzeit in Karien (meist in Bodrum oder Marmaris) gebaut und waren viele Jahrhunderte lang der Typ das Schiff mit dem Handelswaren wie Amphoren mit Oliven und Wein und viele andere Kostbarkeiten entlang der türkischen Küsten befördert wuden. Die Takelage hat sich im Lauf der Zeit geändert, heute  fahren die meisten  Gulets mit  Hochsegeln.

Bootsbau in der Antike
Die Fertigung der Holzschiffe ist an der türkischen Ägäisküste seit Jahrhunderten eine Tradition. Seit den Zeiten ihres berühmten Regenten, König Mausolos (im 4.Jh.v.Chr.) soll die Region um Bodrum ein wichtiges Zentrum des Bootsbaues gewesen sein.  Es ist überliefert, dass der ägyptische König Ptolemäus hier bereits im 3.Jh.v.Chr. seine Kriegsschiffe
bauen ließ. Noch heute gibt es Ähnlichkeiten mit den Schiffen aus der Antike.

Es waren sehr schnelle, schlanke Ruderboote mit einer Reihe Ruder an jeder Seite,  bei Bedarf konnte auch gesegelt werden konnten. Ägypter und Phönizier galten als die ersten Seefahrer der Geschichte und mit dem steigendem Handel gewannen auch die Hafenstädte an der  Küste der Ägäis immer mehr an Bedeutung. Bereits bei Homer wurden diese Kriegsschiffe Langschiffe genannt während die Handelsschiffe als Dickschiffe bezeichnet wurden. Das älteste bekannte Schiffswrack, das von Uluburun (etwa 1350 v.Chr.), unweit von Bodrum entdeckt wurde ist im Museum für Unterwasser-Archaeologie in der Bodrumer Burg zu besichtigen.

In der Zeit der Großsultane beherrschten die Osmanen mit ihrer Segelkunst das Mittelmeer. Mit dem Niedergang ihres 700-jährigen Weltreiches ging aber dort die Kunst seetüchtige Schiffe zu bauen zurück. Doch in jüngster Zeit (ab etwa 1975), hat man sich wieder auf dieses Wissen besonnen und jetzt ist der Bootsbau (speziell in der Region um Bodrum) eine Branche mit stetigem Wachstum. Jedes Jahr werden mehr Schiffe gebaut – überwiegend Gulets, die traditionellen türkischen Holzschiffe, für Auftraggeber aus der Türkei und aus aller Welt.

Bootsbau heute
Traditionelle Holzschiffe baut man heute meistens in den Werften von Bodrum, Bozburun, Marmaris oder Fethiye.  Mittlerweile gibt es über 30 Bootswerften im Bodrumer Stadtteil Icmeler. Die Arbeitsweise in Bodrums Schiffswerften hat sich nur wenig  geändert. Viele  Schiffe, die man heute sieht, sind moderne Kopien wesentlich älterer Bootstypen.

Heute unterscheidet man zwischen 3 Arten von Gulets. Die Tirhandil, ein Doppelender mit Pinne, ist   Nachkomme eines antiken ägäischen Designs und war bis vor nicht all zu langer Zeit das Lieblingsschiff der einheimischen Schwammtaucher. Dieser Schiffstyp ist meist nicht länger als 18 Meter. Heute werden aber die klassischen Gulets bevorzugt, Nachfolger der italienischen Gouletta, eine Ketsch mit rundem Heck oder die „Ayna Ketch“ die ein Spiegelheck hat. Diese Schiffe sind ideale Charterboote die mit ihrer ausladenden Breite und dem großen Deck viel Platz für gemütliche Kabinen unter Deck und ein bequemes Leben an Deck bieten.

Meistens wir als Baumaterial ist immer noch die einheimische ägäische Pinie verwendet. Das Holz wird  von der Forstverwaltung gekauft, nachdem es in den nahen Wäldern geschlagen wurde.

Die Gulet heute
ist so zu einem perfekten Schiff für Ihren Urlaub geworden, die meisten Gulets haben Platz für acht  bis sechzehn Gäste, die in Doppelkabinen, jeweils mit eigener Nasszelle mit Dusche und WC, untergebracht werden. Die  Verpflegung an Bord ist  im Reisepreis inbegriffen. Die modernen Yachten haben jeden Komfort und bieten Ihnen sämtliche Annehmlichkeiten. Das enge Zusammensein einer kleinen Gruppe von Menschen an Bord erzeugt eine Atmosphäre der Freundschaft und Gemeinsamkeit.